Am Sonnabend, sind wir gefahren. Warum es der Sonnabend war, gewöhnlich sind wir ja Sonntagsfahrer, weiß ich nicht. Ist aber auch egal, wir haben es ja rechtzeitig im Forum bekannt gegeben und eingeladen. Sogar in der wenig genutzten Kalenderfunktion eingetragen.
Gekommen sind Frank und Alexander und ich und dass schon 1 Stunde vor der Abfahrt um 10 Uhr. Alexander musste erst einmal dort frühstücken. Etwas, was ich wahrscheinlich nie verstehen werde, wenn ich von zu Hause komme, freiwillig diese Pappedinger essen. Natürlich haben wir noch an der Technik Einstellungen vorgenommen, oder auch einfach nur daran rumgespielt. So haben wir uns nämlich die Zeit des Wartens auf den vermeintlichen Rollertouristen, der sich uns ja heute anschließen könnte, vertrieben. Es kam aber keiner mehr und es war auch gut. In den Nachrichten wurde gemeldet, dass in Chemnitz beim Bikertreffen hunderte Motorräder da waren und zur Ausfahrt gestartet sind. Na da hätte ich eine Lust drauf gehabt.
Frank machte den Tourführer und ließ sich von der Calimoto-App unterstützen. Wir waren nicht weit weg, aber mäanderförmig, gefühlt auch Sternförmig am Anfang immer um Kreischa herum. Und der Kreis wurde immer weiter. Schöne kleine Straßen. Und schön wurde es, je weiter wir von Dresden weg kamen. Die Autofahrer waren wie besessen und kämpften um jeden Meter, um ja auch zuerst im Baumarkt, bzw. Einkaufspark zu sein, als ob morgen die Welt untergeht.
Wir haben uns dann an den Feldern, beginnende Rapsblüte, Wiesen, Wäldern und der hügeligen Landschaft erfreut. Und um 12 Uhr haben wir im Gasthof von Maxen Mittagessen bekommen. Der Gasthof war gut besucht, aber wer zeitig kommt usw. Spargelzeit, ich liebe diese jungen, knackigen Stangen. Schon die Spargelsuppe verwöhnte den Gaumen mit einem, lange vermissten Geschmack. Jeder hatte etwas gefunden und manch einer mag eben lieber Rosenkohl in dieser besonderen Zeit des Jahres.
Dann nicht Mittagsruhe, sondern weiterfahren, fahren. Wir haben noch bei einer Bäckerei gehalten, Kaffee, Kuchen, Eis, Toilette. Die Tour haben wir beim Motorradausrüster Louis in Dresden beendet. Alexander und Frank hatten in ihrem Helm so ein Kommunikationsgerät. Auf deutsch, die konnten während der Fahrt mit einander quatschen. Und mein Helm würde das auch können. Nun war ich nicht wirklich begeistert von der Vorstellung, das mir Alexander oder Frank die gesamte Fahrt mir etwas ins Ohr flüstern. Musik mag ich während der Fahrt eh nicht und telefonieren hasse ich prinzipiell. Zum Glück hatte der Servicemitarbeiter bei Louis heute keine Zeit mir diese Dreckstechnik einzubauen. Glück gehabt, Geld gespart und etwas weniger, über das man sich ärgern muss. Natürlich hat die Technik auch ihre Berechtigung. Als ich in einer spontanen Eingebung zum Pinkeln angehalten habe, konnte es in der Gruppe sofort kommuniziert werden. Ich hasse es trotzdem, geht auch ohne und wenn einer nasse Füße bei kriegt, stand er falsch, brauche ich keine Technik für. Also lieber bei Sachen kaufen. Alexander lief heute mit einer sportlichen Lederkombi für Motorradfahrer auf. Ich war schon neidisch mit meinen über 10 Jahre alten Textiloutfit. Ich habe über das Leder gestrichen und das fühlte sich gut an. Aber meinen beiden Begleitern fehlte der nötige Ernst. In ihrer Kaufberatung erklärten sie mir die Vor- und Nachteile einer Lederkombi im anzunehmenden Fall, man muss mal AhAh. Also doch wieder bei Textil gucken. Und jetzt haltet euch fest, die rufen für eine Hose 1099,00 € auf. Geht’s noch. Ich habe den Laden verlassen und nichts gekauft. Und die Anderen, haben noch ein Saftpäckchen gekauft und wir haben uns zum Abschlussgespräch versammelt. Gefahren wurden um die 180 km, ich mit E10. Temperaturen stiegen in den sommerlichen Bereich, 28°C zum Ende der Tour.
Auf der Fahrt nach Hause, komme ich beim Knipser vorbei. Großes Plakat „Spargelwochen im Knipser“ und ich bin im Urlaub zum kommenden Stammtisch. Ist die Welt ungerecht?
Viele Grüße, André der Rollerkoenig mit dem Ö
und hier noch ein Video:














