22.05.2016 Sonntagsausfahrt

Auch wenn Frank der Meinung ist, heute sollte kein Bericht mehr geschrieben werden, finde ich, doch jetzt gerade, weil jetzt ist der Ärger noch nicht verraucht, die Wut ist frisch.

Ich berichte, vorwegnehmend, es ist alles in Ordnung nichts passiert und wir haben uns alle lieb. Aber wieso ich eine Tourenplanung und Führung übernehme, wird mir immer ein Rätsel bleiben. Für eine so komplexe Aufgabe bin ich ähnlich gut geeignet, wie ein Araberzuchthengst zum Fahrradfahren.

Es wurde eine Tour gefahren, eine lange Tour. Alle haben den von mir beschriebenen Treffpunkt gefunden und das pünktlich. Also ging es los über malerische kleine Dörfer, durch Wiesen, Felder und Wälder. Die Orte hatten so Namen Kleinröhrsdorf, Bretnig-Hauswalde, Rammenau, Burkau usw. Alles bekannt, alles schön. Beim ersten Stopp im Wald versicherten mir auch alle, Tourauftakt läuft gut und alles in Ordnung. Ich hasse es vorne zu fahren, der Leithammel zu sein, aber diese Information/Rückmeldung tat gut. Der Ärger fing erst an, als Rolf zu bedenken gab, er hätte kein Picknick mit und am Stausee Bautzen gäbe es da so eine kleine Bude. Wir sind nicht zu dem von mir vorgeplanten Picknickplatz mitten im Grünen gefahren, sondern zum besagten Stausee mit Bude. Das Schlimme daran ist, ich musste mich 200 Meter von meinem Moped weg bewegen, in welchem aber meine Picknickdecke und mein Imbiss und mein Hocker, Kartenmaterial und was noch alles für ein geregeltes und organisiertes Picknick benötigt wird, drin war. Die Wiese am Stausee war auch schön, es gab Wasser und Segelboote und Thomas in Badehose, der unbedingt auch noch baden musste. Und zur Krönung des ganzen fragte dann noch eine ältere Dame auf dem Parkplatz, ob wir einen Klassenausflug machen würden. 

Wenigstens konnte man mal lachen.

Und dann ging der „Affentanz“ los, im tiefsten Sorbengebiet, wobei diese Bevölkerungsgruppe natürlich nichts dafür kann, wenn ich zu blöd bin und Technik nicht bedienen kann. Zur Erklärung, wenn ich meine Touren plane und fahre, dann nach Karte und Kompass. Halte dementsprechend häufig an, gucke, vergleiche und orientiere mich. Jetzt habe ich aber eine Gruppe hinter mir, also habe ich am Vorabend knapp zwei Stunden Daten in ein Navigationssystem getippt und die Route am Schreibtisch (Gute Formulierung Rolf) geplant. Theoretisch war alles klar und hätte funktioniert. Aber der Abstecher zur Bude am Bautzener Stausee hat die Technik überfordert und in Kombination mit meinen autistischen Zügen zur Katastrophe geführt. Orte wie Quatitz, Luttowitz, Radibor, Truppe, haben wir mehrfach und von allen Seiten gesehen. Eine gute Tour kam nicht mehr zusammen. Ich habe nicht mal mehr den Weg nach Kamenz gefunden und mein Schwachmatennavigationssystem erst recht nicht. Dreckstechnik. Nach mehreren verzweifelten Versuchen, bei denen wir durch schöne Gebiete gekommen sind, wofür natürlich keiner mehr einen anerkennenden Blick übrig hatte, habe ich auf stur geschalten und SOS nach Hause in das Gerät getippt und zwar auf direktem Weg und nicht noch irgendwie über sagen wir „Start/Los“ fahren. Kurz bevor ich die Gruppe aufgeben wollte und als im Biosphärenreservat Oberlausitz verschollen melden wollte, erreichten wir Bischofswerda. Manches mal können einen auch so unbedeutende Orte wie dieses Bischofswerda, wie eine Rettung erscheinen. Sabine hat noch Kuchen mit gehabt, der hat geschmeckt, war aber auch nicht eingeplant. Alle probierten mich aufzubauen und kamen mit Sprüchen „war doch ne coole Tour“ oder „Abweichungen machen es erst interessant“. Netter Versuch Jungs, aber ich nie wieder und Rolf auch wenn du natürlich Recht hast „musst du üben“ ich nicht mehr, mein neues Hobby werden Busreisen. 

Und jeder ist dann irgendwie von dort weiter gefahren und ich auf direktem Weg, also B6 ohne Navigationssystem, nur mit Karte zum Theaterplatz Dresden.

Ich habe angefangen zu zuschauen, die Aufführung von Wagners „Lohengrin“ mit der Anna Netrebko und dem polnischen Tenor Piotr Beczala. Es ist etwas außergewöhnliches, ganz tolles, was die Semperoper da geboten und ermöglicht hat. Noch nie durfte und konnte ich einer Oper vom Roller aus folgen, das ist so cool, fahren wird überbewertet. 

Und nun kämpfe ich noch mit den Bildern und freue mich wenn wieder jemand anderes vorne weg fährt und werde niemals nicht, jemals wieder eine kritische Bemerkung tun.

Danke ihr Mitfahrer, als da wären Frank, Uwe, Thomas, Rolf, Sabine.

Gruß André

So und nun habe ich sie gestrichen voll, die Schnau... Geht natürlich wieder nicht und was weiß ich warum. Nein ich bin nicht für die Technik gebaut und sie beeindruckt mich auch nicht im geringsten. Etwas gutes hat die Emanzipation, auf Arbeit gibt es Kaffee und der kommt aus einer Maschine ….

Es sind sehenswerte Bilder, von der Gruppe, von Mopedfahrern in Badehose und dem Semperoper „Openair“ oder so ähnlich.


Wir wissen nicht, welche Tour Andre da beschreibt! Wir hatten tolles Wetter, kurvenreiche Straßen mit wenig Verkehr, Luft mit dem Geruch von Raps und frisch gemähtem Gras, tolle Landschaften. Wir haben sogar auf den Strandtag verzichtet und sind weiter mit der Gruppe gefahren. Wir hatten Spaß!!! Auch mit Andre als Tourguide - jederzeit wieder! Eine Strecke wie geplant zu fahren, wird zumindest von Andre völlig überbewertet. An dieser Stelle noch mal herzlichen Dank für die Tourinitiative und -leitung. 

Rolf und wir haben die Ausfahrten noch mit einem Eis und Kaffee bei Mc D beendet. Der Abend hat bei uns nicht der klassischen Kunst sondern den Taiga Tunes & Soviet grooves gehört. Wir haben das Konzert der APPARATSCHIKS besucht - The Russian Live Musik & Dance Party Commitee. Es herrschte tolle Stimmung. So haben wir den Abend nicht deprimiert , sonder beschwingt verbracht. Das nächste mal nehmen wir Andre mit!

S&T


ich fand die Tour auch Spitze!

Mir hat sie so sehr gefallen, dass ich es in Bischofswerda eben noch nicht beenden wollte. ich hab dann mein Navi ein paar mal mit "kurvenreiche Strecke" zweimal gefüttert und bin schließlich über

Stolpen, Dürröhrsdof, Lohmen, Pirna, durchs Müglitztal über Glashütte, Kreischa, Heidenau Richtung Heimat gefahren. Gegen 18:30 Uhr war ich dann auch wieder in Dresden, hab bei meiner Mutter noch einen leckeren Kasseler Braten geschmaust. Und somit fand mein Tag nach einer tollen Rollerfreundetour, einer tollen Alleinfahrt über Stock und Stein mit einem leckeren Abendessen ein super Ende. Nur die Vorbereitung auf den nächsten Arbeitstag trübt dann den Abend etwas.

Aber Leute, jetzt ist es immerhin schon Montag 10:45 Uhr und somit rückt doch das Wochenende schon wieder näher... Was machen wir? André, haste ne Idee?

gentlemandd

  • 2016-05-22 Sonntagsausfahrt_1
  • Autor: Rollerfreunde Dresden
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